by m.bettig
hOme
hoT rOd
HistoRy
Hot Rod Geschichte . . . wie alles begann:
Das ist natürlich nicht die komplette Geschichte
des „Hot Rodding“ - darüber könnte man Bücher
schreiben - sondern nur ein kurzer Einblick.
Tex Smith (bekannt durch seine Bücher über den
Hot Rod Bau) definiert einen Hot Rod als
"personalized, improved performance vehicle"
(ein nach persönlichen Anforderungen umgebautes,
leistungsorientiertes Fahrzeug). Hot Rods gibt es
also praktisch schon so lange, wie es Autos gibt.
Nichts liegt näher als Kotflügel, Stoßstangen,
Hauben, Lampen und alles andere unnötige Gewicht
zu entfernen um das Auto leichter und schneller
zu machen.
Schon in den 20er Jahren fuhren die Jungs mit
solchen Kisten auf den Straßen. Ein Meilenstein
war 1932 die Einführung des Ford V8.
Der erste V8 in einem billigen, kleinen, leichten
Auto. Damals entstand, was noch heute beliebt ist.
Ein "Model A on deuce rails". Man nimmt die leichte
Roadster-Karosserie eines Ford A und setzt sie
auf das Chassis eines '32er Ford mit getuntem
V8-Motor.
Mit solchen und ähnlichen Autos veranstalteten
die Jungs dann - vor allem in Kalifornien -
Straßenrennen, was die Sheriffs natürlich gar
nicht gut fanden. Ende der 40er Jahre war Dean
Moon, der Gründer der„Moon Equipment Company“,
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der bis heute wohl bekanntesten Hot Rod Zubehör
Firma, der erste Rodder, der in Kalifornien für
illegales Rennen ins Gefängnis kam. Der Konflikt
zwischen „Cops“ und Roddern besteht bis heute, wo
Straßenrennen in Amerika eine Renaissance
erleben.
Zwischendurch gab es immer wieder Versuche, die
Rennbegeisterung in geordnete Bahnen zu lenken.
1937 wurde die S.C.T.A. (Southern Califonia Timing
Association) gegründet, die
Hochgeschwindigkeitsrennen auf den Salzseen
veranstaltete. Muroc, El Mirage und Bonneville
sind die bekanntesten. Dort liegen die Wurzeln der
Street Rods. Zweck der Übung war es, möglichst
schnell geradeaus zu fahren. Dazu brauchte man
leichte Autos, starke Motoren und geringen
Luftwiderstand. Daher stammen Top Chops,
entfernte Türgriffe und Louvers. Ursprünglich
rein funktional, wurden sie später als Stilmittel
eingesetzt.
Von den „Dry Lakes Races“ aus der Zeit um „
WW II“ (2. Weltkrieg) stammen die bekanntesten
Tuning Firmen, die zum Teil heute noch existieren.
Da es kaum Teile für die modifizierten Autos gab,
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mussten die Fahrer sie zunächst für sich und dann
auch für Freunde und Bekannte selbst
konstruieren. Einer der bekanntesten ist sicher
Dean Moon, der mit der Fertigung von Fuel Blocks
(Spritverteiler für Mehrvergaseranlagen) begann
und sein Programm dann um aus Aluminium
gedrehte Tanks und Radkappen (Moon Discs)
erweiterte. Legende sind seine Moon Eyes Aufkleber,
die jedes Auto schon im Stand um mindestens 10
Meilen schneller machen. Seitdem Dean Ende der
80er Jahre gestorben ist, wird die Firma von ein
paar Japanern sehr erfolgreich unter dem Namen „
Moon“ weitergeführt.
Ähnlich bekannt ist auch Vic Edelbrock, der mit
Zylinderköpfen und Ansaugspinnen begann, und
dessen Firma heute, geführt von seinem Sohn Vic
jr., wohl die größte Tuningfirma der USA ist.
Ebenfalls aus dieser Zeit stammen Weiand
Kompressoren und Spinnen, oder Offenhauser
Zylinderköpfe und Spinnen. Etwas in Vergessenheit
geraten sind Namen wie Stuart Hilborn (Hilborn
Fuel Injection), Ed „Isky“ Iskenderian (Isky Cams),
Kong Jackson (Kong Ignition) oder Clay Smith
(Woody Woodpecker).
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Nach dem Krieg erlebte das Hot Rodding einen
Boom. Zahllose GIs, die - aus dem Krieg
heimgekehrt - Geld und noch viel mehr Zeit
hatten, stürzten sich darauf. Wie immer stand
Kalifornien hier wieder an erster Stelle. Aus
dieser Zeit stammt das „Drag-Racing“, praktisch
ein legales Straßenrennen auf einer
abgeschlossenen Bahn. Zwei Autos starten
nebeneinander an einer Ampel, wer zuerst die
1/4-Meilen-Marke (ungefähr die Länge eines
Blocks) erreicht, hat gewonnen. Beide starten bei
Grün, wer zu früh losfährt, bekommt rot und wird
disqualifiziert. Die Zeit wird nicht ab grün
gemessen, sondern ab dem Moment, wo das Auto
tatsächlich aus der Lichtschranke fährt. So kann
man auch mit einer schlechteren E.T. (Elapsed
Time = die gefahrene Zeit) gewinnen, wenn man eine
kürzere Reaktionszeit hat, und deswegen zuerst im
Ziel ist.
1948 wurde von Wally Parks und Robert E.
Peterson, dem Herausgeber des „Hot Rod
Magazine“, die N.H.R.A. (National Hot Rod
Association) gegründet.
Die ersten „Drag Races“ hielt sie in Kalifornien
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auf stillgelegten Militärflugplätzen ab. Die
heutigen Top Fuel Dragster, die knapp über
viereinhalb Sekunden für die 1/4 Meile brauchen
und dabei Geschwindigkeiten von mehr als 300
Meilen erreichen, haben natürlich technisch fast
nichts mehr mit den ersten Dragstern gemeinsam.
Die 50er Jahre waren sicher der Höhepunkt, auch
wenn es damals noch Hot Rodding hieß. Hot Rod
heißt eigentlich „heißes Pleuel“. Rod ist aber auch
ein Slang-Wort für Pistole. Manche Quellen
behaupten, dass die Hot Rods deswegen so hießen,
weil sie so gefährlich wie eine Waffe waren.
Wie auch immer der Name entstanden sein mag; die
Jungs benutzten normalerweise die Autos, mit denen
sie am Wochenende zum Rennen antraten (legal oder
illegal) in der Woche zur normalen Fortbewegung.
Diese Autos waren meist Vorkriegsautos (billig und
leicht), am liebsten ein 32er - 34er Ford, noch lieber
mit einer noch älteren Karosserie darauf, am
allerbesten einer Roadster Karosserie. „
Frei dem Motto " Coupes are for chickens “.
Chevrolets waren selten (die Rahmen, die
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serienmäßig Reihenmotoren hatten - der erste
Chevy V-8 kam erst 1955 - waren zu schmal für
V-8 Motoren), alles andere war exotisch. „Fat
Fender Cars“, Autos ab ca. 1937, waren damals nicht
besonders beliebt, vor allem, weil sie zu schwer
waren.
Neben den Ford Flathead Motoren (stehende
Ventile) wurden auch gerne die Mercury Flatties
genommen. Inzwischen gab es aber auch OHV
Motoren (hängende Ventile), besonders Oldsmobile
war sehr beliebt, aber auch schon mal Cadillac
oder der Buick Nailhead (so genannt wegen seiner
kleinen Ventile). Ab 1955 war sowieso der Chevy
Small Block das Maß der Dinge.
Ende 50er, Anfang 60er Jahre gab es eine
Veränderung. Die Vorkriegsautos wurden mehr für
„Show“ als für „Go“ gebaut. Auf der Straße setzten
sich immer mehr die neuen „Werks-Hot-Rods“
durch. Das „PS-Rennen“ war in Amerika in vollem
Gang, und ab Mitte der 60er dominierten die „
Muscle Cars“. Auch auf dem Drag Strip
verdrängten die extra dafür gebauten Dragster
die modifizierten Vorkriegswagen mehr und mehr.
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Anfang der 70er waren die Street Rods auf einem
Tiefpunkt. Die folgende, stetige Aufwärtsbewegung
hatte verschiedene Gründe. Zum einen gab es keine „
Muscle Cars“ mehr, sie hatten alle an Gewicht
zugelegt und an Leistung verloren. Aber der
Hauptgrund war ein ganz anderer. Das Street
Rodding war eine Nostalgie-Bewegung geworden. Die
Hot Rodder der 50er waren erwachsen, hatten eine
Familie und Geld. Sie sehnten sich wieder nach den
Autos ihrer Jugend, aber unter anderen
Bedingungen. Die neue Generation Autos war
technisch viel ausgereifter und auch bequemer
geworden. Sie waren immer noch schnell, aber
Leistung war nicht mehr das einzige Ziel. Die Optik
stand viel mehr im Vordergrund. Auch das Image
der Rodder hatte sich total gewandelt. Aus einer
Protestbewegung der jugendlichen Subkultur war
jetzt eine etablierte Freizeitbewegung für die ganze
Familie geworden. Tex Smith brachte es in einem
Interview auf den Punkt: „Hot Rod was a dirty word,
we spent some time to clean it up.“
Die logische Folge war die Gründung der NSRA
(National Sreet Rod Association). Der Grund für
die Baujahrsbegrenzung „pre-49“ ist, dass in den
USA noch bis zum Modelljahr 48 von fast allen
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Herstellern die Vorkriegsmodelle praktisch
unverändert weiter verkauft wurden. Erst ab
Modelljahr 49 (das ist nicht immer identisch mit
dem Baujahr) gab es auf breiter Front die neuen
Ponton-Modelle. Pre-49 bedeutet also eigentlich
nichts anderes als„Vorkriegswagen“.
Diese Regelung ist teilweise etwas umstritten,
denn sie passt nicht für alle Hersteller. Cadillac,
zum Beispiel, brachte schon 48 die neuen Modelle
raus. Ein modifizierter 48er Cadillac ist also
offiziell ein Street Rod, obwohl er es, der Idee
nach, als Nachkriegskonstruktion eigentlich
nicht ist. Aber im großen und ganzen weiß man
schon, was gemeint ist, nämlich modifizierte
Vorkriegswagen.
Nach und nach entwickelte sich eine Millionen
Dollar Zubehör Industrie. Andy Brizio hatte
schon Ende der 60er Jahre den ersten Bausatz-
Rod mit GFK Karosserie den „Instant T“ auf den
Markt gebracht. Da die originalen Blechkarossen
langsam knapp wurden, kamen immer mehr GFK
Nachbauten heraus. Auch Chassis', die wesentlich
steifer als die Originale waren, und damit den
gestiegenen Motorleistungen und
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Komfortansprüchen gerecht wurden, gab es.
Inzwischen konnten sich viele, die in den 50er
Jahren nur vom Hot Rod träumen konnten, diesen
Traum erfüllen. Der typische Street Rodder in
Amerika ist älter, hat eine Familie, beschränkte
Zeit, beschränkte handwerkliche Fähigkeiten, aber
einen nicht so beschränkten Geldbeutel.
Demzufolge gibt es alle Teile zu kaufen, die es
leicht machen, sich einen Rod zu bauen - oder auch
bauen zu lassen, denn inzwischen gibt es jede Menge
Firmen, die das ganz nach den Wünschen ihrer
Kunden erledigen. Dabei gibt es technisch, optisch
und preislich absolut keine Grenzen mehr. Die
Spitzen Rods sind, sowohl von der Technik als auch
von der Verarbeitung, jedem Neuwagen haushoch
überlegen. Wirklich ein weiter Weg von den Jungs,
die damals die Nächte in kleinen Garagen an ihren
alten Kisten durchgeschraubt haben.
Diese Entwicklung hatte aber noch andere
Konsequenzen. Während es früher praktisch nur
32er - 34er Fords gab, hauptsächlich Roadster,
eventuell Coupés, ist das heute nicht mehr nötig.
Leicht müssen die Autos nicht mehr sein, also
kann man auch die für die Familie viel
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praktischeren Sedans nehmen. Heute ist es
überhaupt kein Problem mehr, jeden Motor in
jedes Auto zu bauen. Also griff man, aus Gründen
der Verfügbarkeit, aber auch um etwas anderes zu
haben als die anderen, zu anderen Marken als Ford.
Das geht inzwischen so weit, dass immer wieder
sogenannte „Phantoms“ gebaut werden,
Karosserieformen, die es original nicht gab, z. B.
Ford 37 3-Window Coupés (gab es nur als 5-Window
Coupé).
Das Schöne an dieser Entwicklung ist, dass heute
im Rodbau alles möglich ist. Der Kreativität und
dem eigenen Geschmack sind keine Grenzen gesetzt.
Die Wagen, die heute von den Profis gebaut werden,
sind teilweise technisch, handwerklich und kreativ
auf einem Niveau, das einfach unglaublich ist.
Aber auch das andere Extrem gibt es immer noch:
Autos, die vom Besitzer selbst in der Garage für
wenig Geld aufgebaut werden. Auf Treffen stehen
sie, oft noch in „Primer“ (Grundierung), neben
Autos, die mehrere hunderttausend Dollar wert
sind, und das funktioniert, weil alle die gleiche
Grundidee haben. Bei uns besteht noch eine gewisse
soziale Kluft zwischen einem
garagenrestaurierten Käfer und einem
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Kompressor-Mercedes.
Das Schöne am Street Rodding ist, dass es so
viele Möglichkeiten gibt. Ein Rodder hat in
einem Interview sinngemäß gesagt. „Früher
habe ich Autos restauriert, aber das beste, was
du erreichen kannst, ist, dass das Auto
aussieht, wie es aus dem Werk kam. Wenn ich
heute mit einem Auto fertig bin, ist es viel
besser als es damals war. Die Arbeit ist einfach
viel kreativer.“
Langsam wird auch bei uns anerkannt, dass
Street Rodder nicht ein Haufen Spinner sind,
die schöne, alte Autos verschandeln, sondern -
wie wir gesehen haben - in einer langen
Tradition stehen und auch qualitativ
hochwertige und kreative Arbeit leisten.
Aber wer diesen Artikel liest, der weiß das eh
schon...
Quelle: Rodders Palace
Dank dafür an dieser Stelle...
- END -
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